iPhone 5: Das Beste vom Besten zum Premium-Preis (Review)

Das Jahr 2007 hat für mich eine besondere Bedeutung. Denn Apple enthüllte die erste Generation des iPhone, welches sich als die Revolution des Smartphones herausstellen sollte. Die damaligen Smartphones unterschieden sich im Prinzip nicht von den handelsüblichen Handys, abgesehen davon, dass sie mithilfe eines Datenvertrages und einer unfassbar hässlichen Mini-Tastatur als kleine Pocket-Computer benützt werden konnten. Apple machte demzufolge mit dem iPhone nicht nur das Smartphone massentauglich, sondern offenbarte die Überlegenheit eines Touchscreen-Displays. Das tolle war damals, in Echtzeit konnte mit nur einem Finger eine App geöffnet werden, die sich damals ohne App Store nur auf die Kernfunktionen Mail, Kalender, Telefon, Musik und Safari beschränkten. Ein tolles Erlebnis, schließlich ließ diese technische Umsetzung die Herzen so mancher SkiFi-Fans höher schlagen.

Zurück zum iPhone 5. Die fünfte Generation steht sinnbildlich für mehrerlei Meilensteine in der Geschichte des iPhones. Zum einen ist das iPhone nun fünf Jahre auf dem Markt, wo es immensen Erfolg hatte und nach wie vor hat. Weit über 200 Millionen iPhones wurden seither verkauft, mehr als 25 Millionen Geräte kommen pro Quartal hinzu. Zum anderen steht die fünfte Generation für ein neues Design, neuen Formfaktor und ist gleichzeitig erstes Produkt eines neuen Bosses. Tim Cooks finale fünfte iPhone-Generation ist auch deswegen nichts besonderes, weil auf ihm enormer Druck lastete. Steve Jobs, der Gründer, Denker und erfolgreiche Geschäftsführer, war im Jahr zuvor nach langer Krebserkrankung gestorben. Das iPhone hat Apple zur wertvollsten Marke auf dem Planeten gemacht. Das Barvermögen beläuft sich auf mehr als 150 Milliarden US-Dollar, genügend um die Smartphone-Branche ordentlich auf den Kopf zu stellen. Der langen Rede kurzer Sinn, scheitert das iPhone, scheitert Tim Cook. Das Konzept des iPhone 5 musste also hieb- und stichfest sein. Das ist Tim Cook gelungen.

IGZO – 4 Zoll Display mit In-Cell-Technologie

Eigentlich kann man den Ingenieuren von Apple keinen Vorwurf machen. Im neuen iPhone steckt wirklich das Beste vom Besten. Das 4-Zoll-Display mag zwar nur in die Höhe gewachsen sein, jedoch ist die neue Technologie zugleich Grund für das überragende Display wie die Dünne des Gerätes. Die genutzte In-Cell-Technologie vereint Touchscreen-Sensor und -Display auf ein und der selben Ebene. Der eigenentwickelte SoC Apple A6 mit ARM Cortex A15-Kernen ist wirklich der Wahnsinn, so viel messbare Leistung gab es im iPhone noch nie. Dieser Leistungssprung bedeutet gleichzeitig eine gewisse Zukunftssicherheit, insbesondere für iPhone-Spiele an einem Fernseher oder andere vielversprechende Einsatzmöglichkeiten, wie z.B. dem Auto.

Ich hätte mir gleichwohl gewünscht, dass das Display ein wenig in die Breite gewachsen wäre. Die Begründung gegen diesen Schritt könnte dämlicher nicht sein. Jeder Pixel des Displays soll laut Apple mit nur einer Hand erreichbar sein. Wahrscheinlich ist einer der inoffiziellen Gründe die bekannte Form des iPhones, durch das es sich von der Konkurrenz abhebt. Jeder erkennt das iPhone anhand der bekannten Rundungen der iPhone 3G- und 3GS-Modelle oder eben des Designs vom iPhone 4.

Das iPhone 5 ist zuletzt ein Bekenntnis zu den Wurzeln des iPhones. Die Rückseite ist nun nach etlichen Kommentaren, Hoffnungen von Kunden und Kritikern wieder aus Aluminium. Man muss dazu sagen, dass die eloxierte Aluminium-Rückseite weit weniger robust ist, als zum Beispiel die Rückseite aus Glas des iPhone 4. Das hängt einerseits damit zusammen, dass das Aluminium “nur” beschichtet ist und andererseits mit der Dichte von Glas. Die Berichte über die Kratzanfälligkeit der Rückseite kann ich so nicht bestätigen. Bei normalem, täglichen Gebrauch wird die Rückseite auf lange Sicht keine übermässigen Kratzer aufweisen.

Fazit

Der Preis dürfte nicht nur für mich einer der größten Kritikpunkte sein. Inzwischen werden weit über 650 Euro für iPhone mit 16 GB fällig. Das ist definitiv ein hoher Preis für ein Gerät, dass uns schließlich jeden Tag begleiten soll. Es ist kein gutes Gefühl, ein Gerät mit sich zu nehmen, welches nahezu die Hälfte des Wertes eines MacBook Pro besitzt. Noch ärgerlicher fällt die Problematik mit der eloxierten Aluminium-Rückseite ins Gewicht, die meiner Erachtens in dieser Preisklasse einem Fauxpas gleicht. Faktisch beginnt sich das iPhone selbst abzuschaffen, denn inzwischen entwickelt sich das Smartphone zurück zu einem Handy. Klar, ich kann Musik damit hören, ab und zu spielen, aber die meiste Zeit telefoniere ich, schreibe SMS oder Emails, alles andere erledige ich mit dem iPad. Spielen, warum auf dem Mini-Display des iPhones, wenn ich es auch auf dem iPad genießen kann? Lesen, warum auf dem Mini-Display des iPhones, wenn ich es auch auf dem iPad genießen kann? Kurzum, das iPhone 5 zeichnet sich durch sein überragendes Display, seine Ergonomie wegen der Rückseite sowie der Dünne des Gerätes und nicht zuletzt wegen seiner Leistungsfähigkeit aus. Inwiefern sich jedoch der Kauf einer älteren Generation für 399 Euro und einem Zukauf des iPad mini lohnt, sollte sich jeder sehr genau überlegen.

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