Der Facebook-Effekt: Instagram

Schau an, und das nur wenige Stunden nach dem überraschend ergangenen Kauf des Indie-Kameratools “Instagram“, welches sich bisher großer Beliebtheit durch nahezu jede Zielgruppe erfreut. Die Instagram-App für das iPhone spielt heute in der Topliste der kostenlosen Apps ganz vorne mit.

Inwieweit die Freude der Entwickler über den Milliarden-Deal auf die treuen Nutzer überschlagen wird, lässt sich zum gegebenen Zeitpunkt nicht sagen. Fest steht jedoch, dass bereits Anleitungen im Netz kursieren, um die Fotobibliothek zu sichern und anschließend vor der “Datenkrake” Facebook zu schützen. Die Rezensionen im iTunes-Store und auch dutzende Forenbeiträge offenbaren eine kontroverse Diskussion. Einerseits dürfte die finanziellen Absicherung des Entwicklerteams eine gewisse “Sicherheit” und damit Innovationskraft mit sich bringen, jedoch kritisieren empörte Nutzer andererseits den zukünftigen Umgang mit Daten der Instagram-Nutzer. Facebook gehört neben Google zu denjenigen Unternehmen, welche die Daten ihrer Nutzer als elementaren Pfeiler ihres Geschäftsmodells nutzen.

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Auf ein paar Worte…

Facebook konnte nicht anders, als sich Instagram vor allen anderen Konkurrenten einzuverleiben. Facebook funktioniert letztlich nachdem “Share”-Modell, wonach dessen Nutzer Teile ihres Lebens mit den Freunden bei Facebook teilen. Bilder tragen deswegen fundamental zu diesem Modell bei und Instagram ist mit 15 Millionen Nutzern ein zumindest im Ansatz ernstzunehmender Kandidat, dessen App problemlos mit Facebook oder – hätte Google zugeschlagen – mit anderen Produkten verknüpfbar. Um die Luft auf dem hohen Facebook-Berg nicht dünner werden zu lassen, macht Zuckerberg genau das, was unternehmerisch strategisch richtig ist. Innovationen schlicht zu akquirieren, gleichwohl andere Entwickler die Idee längst adaptiert haben. Vermutlich spekuliert Facebook über kurz oder lang das Erlebnis Fotos zu teilen in Facebook zu integrieren. Insbesondere die iPhone-Kamera ist bei Flickr längst unter den Top 10, wenn es um Uploads geht. Respekt. Da bleibt nur zu sagen, warum Instagram nutzen? Ich habe noch nie verstanden, was ich mit einer derart dürftigen App anfangen soll. So sei der Retrolook  erwähnt, welcher nahezu jedes Bild in einem Licht erscheinen lässt, das selbst das schlechteste Bild “interessant” macht, gleichwohl man eine absolute Banalität festgehalten hat. Zum Beispiel ein Schuhpaar in der Garderobe. Ich mag hinter der Idee vielleicht auch einfach wenig Sinn sehen, aber wenn ich schon Bilder mache, dann besinne ich mich auf den Look, welcher zum Zeitpunkt des “Shots” zu sehen ist. Warum sonst sollte ich schließlich dieses Bild mit Bekannten teilen?

Apropos Teilen. Instagram sorgte noch vor der Milliardenmeldung für Furore mit seiner Android-App, die natürlich in ihrer Funktionsweise der iOS-App ähnelt. So mancher Android-Nutzer fühlte sich auf den Schlips getreten und bemängelte das Layout der Android App, das zugegebenermaßen sehr der iOS-App ähnelt. Hat da Instagram etwa schon länger mit Facebook verhandelt? Man weiß es nicht, Tatsache ist, dass Facebook das Potential der Android-Nutzer auch nutzen möchte und tun wird.


1 Comments

  • Karwan

    Von Indie zum Milliardenkonzern. Schön für die “Erfinder” aber dem App wirds nicht gut tun zumal Facebook einfach nicht mit Daten umgehen kann und es auch nichts nützen sollte, dass Instagram auch seit einiger Zeit auf Android läuft.

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